Das Wichtigste im Überblick
- Sie können beim Steuern des Schlittens ein Handy halten, auch wenn Fäustlinge es schwierig machen. Als Passagier können Sie während der 6 km langen Fahrt leichter Fotos aufnehmen.
- Verstauen Sie Kameras vor der Abfahrt in einer Innentasche oder Tasche. Wenn Sie fotografieren möchten, halten Sie Ihr Handy in einer Außentasche griffbereit. Vermeiden Sie baumelnde Kordeln in der Nähe der Huskys.
- Bei Temperaturen unter null verlieren Akkus schnell an Ladung. Bewahren Sie Ersatzakkus in einer Innentasche nah am Körper auf und rechnen Sie mit verringerter Kapazität, bis die Geräte in Innenräumen wieder warm werden.
- Öffnen Sie Ihre Kameratasche niemals direkt nach der Rückkehr aus der Kälte in Innenräume. Warten Sie 15 bis 20 Minuten, bis sich die Ausrüstung akklimatisiert hat, sonst beschlägt Feuchtigkeit Objektive und elektronische Komponenten.
- Das Licht der blauen Stunde an Winternachmittagen ist im Wald weich und gleichmäßig. Erhöhen Sie den ISO-Wert und nutzen Sie eine weiter geöffnete Blende, um die feinen Nuancen von Schnee und Bäumen einzufangen.
Einhändig fotografieren während der Fahrt
Die Zügel des Schlittens zu halten und gleichzeitig eine Kamera zu bedienen, erfordert auf der Strecke echtes Geschick. Ihre dominante Hand steuert Richtung und Tempo des Gespanns durch Gewichtsverlagerungen und Zurufe, während die andere Hand zum Fotografieren frei bleibt. Die meisten Fahrer können auf unkomplizierten Abschnitten mit gleichmäßigem Tempo der Huskys und freier Sicht nach vorn problemlos mit dem Smartphone fotografieren. Technische Passagen, Kurven und Situationen, die schnelle Kommandos erfordern, verlangen jedoch beide Hände am Schlitten.
Wählen Sie Ihre Kamera mit Bedacht. Eine Kompaktkamera oder ein Smartphone ist deutlich praktischer als eine DSLR mit mehreren Objektiven. Die 6 km lange Route durch den Winterwald von Rovaniemi bietet Abschnitte, auf denen Sie Ihr Handy sicher für Landschaftsaufnahmen heben können. Rechnen Sie jedoch damit, während des eigentlichen Steuerns auf kreative Motive verzichten zu müssen. Als Passagier gelingen oft bessere Fotos, da eine Person die Bilder aufnimmt, während die andere sich ganz auf die Führung des Gespanns und die Kontrolle des Schlittens konzentriert.
Ausrüstung verstauen als Passagier
Der Passagierplatz auf einem Huskyschlitten ist eng, und lose Gegenstände können während der Fahrt zur Gefahr werden. Verstauen Sie Ihre Kamera sicher in einer speziellen Brusttasche oder einer nach vorn gerichteten Tasche, die während der Fahrt nicht verrutscht. Vermeiden Sie Rucksäcke, da sie im Sitzen schwer erreichbar sind und auf schmaleren Strecken an Ästen hängen bleiben können. Weiche Taschen mit Innenpolsterung schützen Objektive und Kameragehäuse besser als Hartschalen, die während der Fahrt unangenehm gegen den Oberkörper drücken können.
Bewahren Sie Ihr Handy in einer Innentasche der Jacke oder einem Reißverschlussfach der Weste auf, statt es lose in der Hand zu halten. Wenn Sie Videos aufnehmen möchten, funktioniert eine direkt am Schlittenrahmen oder Helm befestigte GoPro deutlich besser als Aufnahmen aus der Hand, die verwackelte Videos erzeugen und Ihre Hände beanspruchen, wenn Sie sich für Unebenheiten abstützen sollten. Die im Apukka bereitgestellte Winterkleidung bietet ausreichend Isolierung, sodass unter Ihrer Außenschicht verstaute Ausrüstung geschützt und griffbereit bleibt, ohne außerhalb des Schlittens herabzuhängen.





























Akkuschwund bei arktischer Kälte
Die arktischen Wintertemperaturen rund um Rovaniemi fallen weit unter den Gefrierpunkt, und Lithium-Kameraakkus verlieren unter diesen Bedingungen schnell an Ladung. Bei Temperaturen unter minus 10 Grad Celsius liefert ein voll aufgeladener Akku möglicherweise nur 40 bis 50 Prozent seiner üblichen Laufzeit. Während eines 3.5-stündigen Ausflugs wird Ihr erster Akku vermutlich schneller leer sein als erwartet, insbesondere wenn Sie Videos aufnehmen oder den Autofokus intensiv nutzen.
Nehmen Sie zwei voll aufgeladene Akkus mit und bewahren Sie einen davon unter Ihrer Jacke oder Thermokleidung nah am Körper auf. Diese passive Wärme erhält die Ladung des zweiten Akkus für die Rückfahrt. Vermeiden Sie nach Möglichkeit den Akkuwechsel im Freien, da die kalte Luft währenddessen weitere Restladung entzieht. Lassen Sie Kameras und Akkus nach der Tour in Innenräumen langsam akklimatisieren, da schnelle Temperaturschwankungen Kondenswasser im Gerät verursachen können. Auch mobile Powerbanks funktionieren bei extremer Kälte schlechter, daher sind Ersatzakkus elektrischen Lösungen vorzuziehen.
Kameraeinstellungen für das blaue Licht im Wald
Der Winternachmittag in Rovaniemi geht in die blaue Stunde über, jenes magische Zeitfenster mit weichem, kühl getöntem Licht, das durch den Nadelwald fällt. Je nach Jahreszeit dauert diese Phase in der Regel 30 bis 60 Minuten und dann erreicht die visuelle Dramaturgie der Huskyfahrt ihren Höhepunkt. Erhöhen Sie den ISO-Wert auf 1600 oder 3200, um genügend Licht einzufangen, ohne lange Belichtungszeiten zu benötigen, die Bewegungen verwischen. Eine Belichtungszeit von 1/250 Sekunde oder kürzer friert die Bewegung der Huskys und die Vibrationen des Schlittens ein.
Stellen Sie den Weißabgleich auf Tageslicht oder etwas kühler ein, etwa 4000 bis 5000 Kelvin, damit die Blautöne erhalten bleiben und nicht zu stark in Richtung Gelb korrigiert werden. Nutzen Sie den Zeitautomatikmodus, damit Sie die Kontrolle über die Schärfentiefe behalten, während die Kamera die Belichtungszeit an wechselnde Lichtverhältnisse anpasst. Verzichten Sie auf den automatischen Weißabgleich, da dieser den schönen kühlen Charakter des Lichts in der blauen Stunde oft neutralisiert. Wenn Ihre Kamera diese Möglichkeit bietet, fotografieren Sie im RAW-Format. Es bewahrt Details in Schatten und Lichtern und ermöglicht es, den Weißabgleich nach der Fahrt ohne Qualitätsverlust zu korrigieren.
50%
Smartphone-Akkus können sich unter arktischen Bedingungen 50% schneller entladen. Nehmen Sie daher eine Powerbank als Reserve mit.
Eine GoPro am Schlitten befestigen
Eine GoPro oder eine ähnliche Actionkamera, die direkt am Schlittenrahmen befestigt ist, nimmt mitreißende Aufnahmen auf, die aus der Hand nicht möglich wären. Die Halterung wird an der vorderen Schiene oder im Lenkerbereich des Schlittens angebracht und richtet die Kamera auf die Huskys vor Ihnen sowie die vorausliegende Strecke aus. So bleiben beide Hände für die Bedienung des Schlittens frei, und die Kamera bleibt unabhängig von Stößen oder Kurven stabil.
Verwenden Sie eine gummierte Halterung, die Vibrationen dämpft. Bei einer direkten Metall-auf-Metall-Befestigung wird jede Unebenheit auf die Kamera übertragen und das Material ist kaum anzusehen. Stellen Sie die GoPro auf ein weites Sichtfeld von 170 Grad oder mehr ein, um die Weite der Landschaft einzufangen. 30 Bilder pro Sekunde bieten ein gutes Gleichgewicht zwischen Dateigröße und flüssiger Wiedergabe, wobei 60 fps ebenfalls geeignet sind, wenn Ihre Speicherkapazität es zulässt. Montieren Sie die Kamera niedrig genug, damit weder Ihre Hände noch der Schlittenrahmen im Bild erscheinen, und positionieren Sie sie leicht vor der Mitte, damit die Huskys während der gesamten Fahrt den visuellen Mittelpunkt bilden.
Fotografieren mit dicken Fäustlingen
Die als Teil Ihrer Winterkleidung bereitgestellten Thermofäustlinge sind für Ihre Sicherheit unverzichtbar, schränken die Kamerabedienung jedoch erheblich ein. Auslöser, Touchscreens und Fokusringe lassen sich mit dicker Isolierung über den Fingern fast nicht bedienen. Nehmen Sie dünne Unterziehhandschuhe aus Seide oder Merinowolle mit, die unter die Fäustlinge passen. So müssen Sie nur die äußeren Fäustlinge ausziehen, wenn Sie Einstellungen ändern oder Motive wählen möchten. Auf diese Weise bleiben Ihre Hände insgesamt wärmer, als wenn Sie ständig die kompletten Fäustlinge ausziehen.
Stellen Sie die wichtigsten Kamerafunktionen ein, bevor die Fahrt beginnt. Fokussiermodus, Belichtungskorrektur und ISO sollten festgelegt sein, statt unterwegs angepasst zu werden. Smartphones lassen sich mit Fäustlingen etwas leichter bedienen als Kameras, da Touchscreens selbst durch dünne Handschuhschichten auf festen Druck reagieren, während mechanische Tasten eine präzise Fingerposition erfordern. Wenn Sie während der Fahrt ernsthaft fotografieren möchten, investieren Sie vor der Abfahrt ein paar Sekunden, um die Bedienung zu vereinfachen und feste Einstellungen für die gesamte Strecke festzulegen.
Kondenswasser und Pflege der Ausrüstung in Innenräumen
Wenn Sie nach dreieinhalb Stunden in arktischer Kälte in beheizte Räume zurückkehren, bildet sich schnell Kondenswasser auf Kameraobjektiven, Sensoren und elektronischen Komponenten. Der Grund: Warme Raumluft enthält Feuchtigkeit, die sich auf kalten Oberflächen niederschlägt. Lassen Sie Ihre Kamera nach der Ankunft in Innenräumen 15 bis 20 Minuten geschlossen in ihrer Tasche, damit sich die Temperatur im Inneren allmählich der Raumtemperatur annähern kann, bevor Sie sie öffnen. Diese langsame Akklimatisierung verhindert, dass Feuchtigkeit auf optischen und elektronischen Bauteilen kondensiert.
Versuchen Sie niemals, ein Objektiv zu reinigen oder auf interne Komponenten zuzugreifen, unmittelbar nachdem Sie nach drinnen gekommen sind. Sollte sich Kondenswasser auf der Objektivoberfläche bilden, wischen Sie nur die Außenseite mit einem weichen Tuch ab und lassen Sie innere Feuchtigkeit in einer warmen, trockenen Umgebung auf natürliche Weise verdunsten. Manche Fotografen stellen ihre geschlossene Kameratasche über Nacht in einen trockenen Schrank oder ins Hotelzimmer, damit sich die Ausrüstung vollständig akklimatisieren kann, bevor sie ausgepackt wird. Bewahren Sie Ihren Akku nach der Tour getrennt von der Kamera auf und lassen Sie beides jeweils auf Raumtemperatur erwärmen. So verringern Sie zusätzlich das Risiko von Schäden durch Kondenswasser im Inneren.
